Sind Blattläuse schlimm und wie werde ich sie schnell wieder los?
(Haus-)Mittel gegen Blattläuse
Ein jeder Hobby-Gärtner wie auch Profi kennt das Problem. Im Frühjahr, sobald unsere geliebten Gartenpflanzen neue, krautige Triebe Richtung Sonne wachsen lassen, geht auch meist der erste Befall mit Blattläusen einher. Wenn also die Stängel und die jungen Blätter mit den lästigen kleinen Plagegeistern besetzt sind, hat es die Pflanze erwischt. Aber! - das ist ein natürlicher Vorgang und gehört ein Stück weit zum ökologischen Gleichgewicht dazu. Wer nun panisch zur Giftkeule greifen möchte, sollte innehalten, denn meist reguliert die Natur den Befall selbst wieder.
Blattläuse erkennen
Neben den am meisten bekannten grünen Blattläusen gibt es auch weiße, gelbe, graue und schwarze Blattläuse. Sie sind nur wenige Millimeter groß und haben einen birnenförmigen Körper. Sie versammeln sich in Gruppen an den Pflanzentrieben oder der Blattunterseite. Anzeichen für einen Blattlausbefall sind klebrige Blätter durch die Ausscheidungen der Läuse, sowie eingerollte oder gekräuselte Blätter. In manchen Fällen zeigt die Pflanze auch Blattverfärbungen. Nahezu alle Garten- und Zierpflanzen können von diesen Schädlingen befallen werden.
Ruhe bewahren
Zu aller erst sollte man ruhig bleiben und die Sache über ein paar Tage hinweg beobachten, denn auf einen Befall folgt in der Regel recht schnell die natürliche Sicherheitspolizei in Form von Nützlingen. Marienkäferlarven und Florfliegen können eine auf den ersten Blick ausufernde Läuseinvasion auch in kürzester Zeit wieder unter Kontrolle bringen, was etwas Geduld erfordern kann. Für die Pflanze ist dieses bedachte Vorgehen auch überhaupt nicht schlimm, denn es passiert wirklich nur sehr selten, dass Blattläuse eine Gartenpflanze zu Fall bringen können.
Sollten die Krabbler dann doch nach einigen Tagen nicht weniger werden und man erkennt keine Ansiedlung von nützlichen Insekten, kann man allemal noch einschreiten bevor die Sache überhandnimmt.
Blattläuse bekämpfen
- Wenn die Natur die Blattläuse nicht unter Kontrolle bekommt, sollte man im ersten Schritt versuchen die Schadinsekten händisch zu entfernen. Besonders einfach geht das mit einem harten Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch. So kann man in der Regel schon das Meiste entfernen. Mit einem Pinsel kann man dann noch die Feinheiten nacharbeiten. Wenn man diese Prozedur 2 – 3 Mal wiederholt, stellt sich schnell Besserung ein.
- Auch altbewährte Hausmittel können angewandt werden, denn eine Mischung aus Schmierseife und Wasser ist ein wirksames, lediglich für Läuse schädliches Gemisch, was bei regelmäßiger Anwendung wunderbar funktioniert. Wichtig hierbei ist aber, dass man die Läuse völlig benetzt, was bedeutet, dass man wirklich jedes Blatt und jeden befallenen Trieb auch von unten benässen muss.
- Eine Jauche aus Brennnessel, Schachtelhalm und Knoblauch ist ebenso wirksam. Hierzu legt man ein Kilo Grün in 5-10 Liter Wasser ein, lässt diesen Sud 24 stehen und bringt ihn anschließend, mit einer handelsüblichen Spritze aus.
- Wenn der Befall absolut übermäßig ist und bereits ein erkennbarer Schaden an der Wirtspflanze entstanden ist, kann man auch zur Schere greifen und die befallenen Triebe ganz entfernen. Diese sollten dann aber in der Mülltonne entsorgt werden. Nach kurzer Zeit treibt eine beschnittene Pflanze kräftig und gesund wieder aus.
- Hilfreich kann es auch sein, wenn man vorsichtig etwas Urgesteinsmehl über die schlimmsten Befallsherde ausstreut, denn das gefällt den kleinen Pflanzensaftsaugern überhaut nicht.
- Eine weitere natürliche Methode zur Bekämpfung des Befalls ist das Ausbringen von Nützlingen. Natürliche Fressfeinde der Blattlaus sind unter anderem der 7-Punkt-Marienkäfer, die Florfliege und die Aphidoletes-Gallmücke. Die Nützlingseier/-puppen werden gezielt an der betroffenen Pflanzen ausgebracht. Direkt nach dem Schlüpfen machen sich die hungrigen Jungtiere über jede Blattlaus her.
Einen Befall vermeiden
Wer einem Befall vorbeugen möchte, kann vorsorglich im Frühjahr, noch bevor die Blätter treiben, eine Austriebsspritzung mit Promonal durchführen. Dieses biologische Pflanzenschutzmittel, auf der Basis von Rapsöl, unterbindet den Schlupf der überwinternden Gelege. Dieses Vorgehen macht besonders dann Sinn, wenn beispielsweise ein Obstbaum einen jährlichen Befall aufweist. So kann man schon im Vorfeld für ein wesentlich kleineres Aufkommen der Lästlinge sorgen.
Auf lange Sicht sollte man aber die Nützlinge im eigenen Garten fördern, denn Blattläuse stehen weit oben auf der Speisekarte von Insekten und Vögeln. Für die fleißige Blaumeise kann man beispielsweise einen Meisenkasten im Hausbaum aufhängen. Wer einmal das rege Treiben dieses kleinen Vogels beobachten konnte, erkennt schnell, dass dieser Gartenhelfer einen enormen Appetit hat. Schlupfwespen, wie auch Florfliegen freuen sich über ein passendes Insektenhotel oder eine naturnahe Totholzhecke. So kann man mit wenig Aufwand, dauerhaft das ökologische Gleichgewicht herstellen, was einem das Gärtnern in den folgenden Jahren auf jeden Fall erleichtern wird. Es wird zwar jedes Frühjahr ein leichtes Aufflammen eines Läusebefalls auftreten, allerdings stellt sich über den Sommer ein Gleichgewicht ein, mit dem man als Hobbygärtner meist leben kann.
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