Beerensträucher mulchen
Warum sollte ich meine Beerensträucher mulchen?
Das Mulchen von Beerensträucher trägt zur idealen Entwicklung der Pflanze bei und sorgt für optimale Bedingungen. Dadurch kann sich der Ertrag der Beeren erhöhen und die Ernte verlängern.
Wichtig zu wissen: Beim Abbau der Mulchschicht benötigen die Bodenbakterien Stickstoff, wodurch dem Boden vorübergehend etwas Stickstoff entzogen werden kann. Ein geeigneter stickstoffreicher Dünger gleicht diesen Effekt aus und sorgt für vitales Pflanzenwachstum.
- Die meisten Beerensträucher sind Flachwurzler – ihre feinen Wurzeln liegen dicht unter der Erdoberfläche und brauchen Schutz vor Trockenheit.
- Beeren gedeihen am besten in humosen, lockeren Böden, die gleichmäßig feucht sind.
- Mulch spart Wasser, indem es den Boden dauerhaft feucht hält und die Verdunstung von Wasser hemmt.
- Schützt vor übermäßiger Sonneneinstrahlung und Austrocknung, sowie vor starkem Regen und Bodenverschlämmung.
- Reguliert die Bodentemperatur und verhindert extreme Schwankungen.
- Hemmt das Unkrautwachstum – lästige Konkurrenzpflanzen haben so deutlich weniger Chancen.
- Fördert das Bodenleben: Regenwürmer und Mikroorganismen fühlen sich unter Mulch besonders wohl.
- Organisches Mulchmaterial zersetzt sich nach und nach und bildet wertvollen Humus, welcher wiederum die Bodenstruktur verbessert, Nährstoffe speichert und das Bodenleben unterstützt.
- Die langfristige Zersetzung reichert also den Boden mit Nährstoffen an und fördert das Wachstum gesunder Pflanzen.
Welche Mulchmaterialien eignen sich?
- Rasenschnitt eignet sich besonders gut für Beerensträucher, sollte aber gut angetrocknet sein, da er sonst fault. Eine Schicht von etwa 5 cm genügt.
- Kompost eignet sich besonders für Johannis-, Stachel- und Himbeeren. Er versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen und kann gut mit anderen Mulchmaterialien gemischt werden. Wichtig: Nur gut abgelagerten Kompost verwenden, um Überdüngung zu vermeiden.
- Rindenmulch, Holzhäcksel, Sägespäne oder Pinienrinde bestehen meist aus Nadelgehölzen und sind daher sauer – perfekt für Heidel- und Blaubeeren. Wichtig: Für andere Sträucher kann man dem Material Hornspäne beimischen oder vorab düngen, um den Nährstoffverlust und das saure Milieu auszugleichen.
- Auch reine Nadelstreu (z. B. Tannennadeln) oder Reisig sind sauer und eignen sich hervorragend für Heidel- und Blaubeeren.
- Stroh wird gern bei Erdbeeren verwendet, da die Früchte darauf sauber und trocken bleiben. Es kann aber auch für alle anderen Beerensträucher verwendet werden. Wichtig: Auch Stroh bindet Stickstoff – Beerensträucher sollten deshalb vor dem Mulchen mit Hornspänen oder organischem Dünger versorgt werden.
- Ungewaschene Schafwolle ist ein besonders wirksames Mulchmaterial für Beerensträucher. Sie speichert Wasser, hält den Boden feucht, gibt über Monate hinweg Nährstoffe (Stickstoff, Kalium, Phosphor) ab und unterdrückt Unkraut. Eine 10–20 cm dicke Schicht hält den Boden locker und wird von Schnecken gemieden. Da Schafwolle leicht basisch ist, ist sie für Heidelbeeren (Moorbeetpflanzen) nicht geeignet.
So mulche ich Beerensträucher richtig
- Im Frühjahr mulchen, sobald sich der Boden ausreichend erwärmt hat. Im Herbst mulchen, bevor die ersten Fröste kommen.
- Das passende Mulchmaterial für die jeweilige Beerensorte auswählen.
- Mulch gleichmäßig um die Sträucher verteilen, jedoch nicht direkt an den Wurzelhals häufeln – so werden Fäulnis und Pilzbefall verhindert.
- Vor dem Mulchen unbedingt gründlich Unkraut jäten.
- Auf eine Mulchschicht von etwa 5–7 cm achten.
- Die Mulchschicht regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf erneuern, damit der Boden stets bedeckt bleibt – besonders bei Grasschnitt ist öfteres Nachmulchen nötig.
- Vor dem Aufbringen von frischem Rindenmulch eine Handvoll Hornspäne streuen, um den Stickstoffentzug auszugleichen.
- Grasschnitt kann gut mit etwas gröberem Gartenschnitt gemischt werden – das verbessert die Struktur und Luftdurchlässigkeit.
- Bei Stroh darauf achten, dass es gut ausgedroschen ist und möglichst keine Getreidekörner enthält, damit keine Keimlinge im Beet wachsen.
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